Donnerstag, 13. März 2008

Konjunktiv bei der Wahl

Immer noch werde ich von Jagdkollegen zur HV der JV Bruchsal am 8.3.2008 angesprochen. Das Gesprächsthema ist die „Wahl des Kreisjägermeisters“. Viele dieser Gesprächspartner waren dort und haben ihre eigenen Eindrücke sammeln können. Was ist denn so interessant an diesen Gesprächen?

Nun ganz einfach. Der Konjunktiv wurde in den Gesprächen verwendet. Also u.a. die Verwendung von Hilfsverben in der Form „hätte“, „würde“, „könnte“, „müsste“, etc. Zum Teile wird auch noch obendrauf die konditionale Konjunktion verwendet.

Nun haben die Anwesenden ja mitbekommen, dass die Wahl mit der Annahme der Wahl durch Dieter Henning abgeschlossen wurde. Das war Samstagabend irgendwann so um 22:00 Uhr. Die Durchführung der Wahl war korrekt. Wenn sie es nochmals anhören wollen, dann geben Sie bitte Bescheid. Dass beim Zählen einige Hände übersehen wurden, macht den Kohl auch nicht fett. Also was verleitet meine Gesprächspartner zum Nutzen des Konjunktivs bzw. Konditionalforms?

Hier einen kurzen Abriss der momentanen Verwendung vom Konjunktiv, bevor ich zur Lösung der o.a. Frage komme. Der Konjunktiv wird in der Deutschen Sprache immer populärer. Sie gibt eine anscheinende Zustimmung, Verpflichtung an ohne es faktisch zu sein. Psychologen, Talk-master verwenden es gerne, damit „die anderen“ im Redefluss kommen bzw. bleiben. Auch in der Politik wird es gerne verwendet um Strategien anzudeuten oder Situationen des politischen Gegners bei einer Wahl oder Abstimmung zu unterstellen. Kommt dann nach einer (politischen) Wahl das Wort „Wahlbetrug“ hoch, dann ist es die Unterscheidung zwischen Konjunktiv und die „normale Beugung“ der Verben in Form von Gegenwart, Vergangenheit, (un)vollendete Vergangenheit. Denn diese „normale“ Beugungen lassen meist keinen Zweifel offen.

Nun zurück zur Wahl am Samstag. In allen meinen Beiträgen hier in diesem Blog und auch in meiner Rede habe ich versucht deutlich zu machen wozu ich mich in der Pflicht nehmen lasse. Hierzu habe ich den Konjunktiv nur in den Extremfällen benutzt und in der Regel die „normale Beugung“ der Verben verwendet. Das Feedback, das ich über diese 3,5 Monate Kandidatur bekommen habe, hat diese Deutlichkeit meiner Aussagen und Ziele immer als beispielhaft gerühmt. Wieso kam es dann doch zur Verwendung des Konjunktivs?

Wie bereits am Sonntag in meinem bericht erwähnt, war es der Tag des stv. KJM. Durch eine gekonnte, aber auch subtile Versammlungsführung gab es eine parallele Tonspur, die in einer sehr deutlichen Richtung zielte. Das beabsichtigte Ziel, wie bereits am Sonntagabend bekundet, wurde erreicht.
Diese Gegebenheit (der parallelen Tonspuren) zu spüren ist die Bestätigung aus den Gesprächen; sie aber nicht zugeordnet und somit bewertet zu haben, illustriert der Konjunktiv. Denn die Erwartung, die die Teilnehmer aus der Wahlvorbereitung hatten, entsprach nicht die, seitens der Gesprächspartner gefüllte und erwartete Stimmabgabe. Das nennt man einknicken, ein Symptom, das bei Abstimmverfahren „per Akklamation“ nicht selten wahrgenommen werden kann.

Bis auf die 3 Nachinterpretationen der Satzung „im Fluge“, war die HV korrekt geführt.

Zum Abschluss: die Wahl erfolgt mit der Stimmabgabe. Nach Auszählung und Annahme der Wahl ist alles Vergangenheit: auch bei der Konjugation der Verben, die das Ergebnis kommentieren. Habe ich somit Ihnen hier irgendetwas Neues offen gelegt, dann prüfen Sie es mal bei anderen Wahlen: Kommunal, Länder- oder Bundesebene. Das aktuelle Votum zur Neuwahl in Hessen ist genau so typisch wie die versuchten Ausschlussverfahren bei der Frau Metzger.

Am Wochenende bin ich in Fulda zur Hauptversammlungen VGM und jghv. Wird sicherlich sehr interessant. Aber vorher gibt es heute Abend Versammlung HR III.

Gruss Paul

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