Sonntag, 10. Februar 2008

Umgekehrte/Verkehrte Welt

Aus meinem letzten Beitrag vom vergangenen Mittwoch geht ja eigentlich schon eine Botschaft hervor. Es stand der Besuch beim HR V an, die an jenem Abend Stammtisch hatte. Eigentlich wollte ich es bei der Meldungsäußerung vom Mittwoch belassen, aber die Geschehnisse zeigen einen Verhaltenskodex, die nicht allgemein als Norm angesehen werden kann. Also hier der Ablauf:
In Januar hatte ich von diesem Abend erfahren und mich schriftlich beim HRL gemeldet. Damals noch von mir unter dem Titel HR-Versammlung angegeben, berichtete der HRL, direkt nach Empfang meines Briefes, das es einen Stammtisch sei und keine HR-Versammlung. Damals sagte er schon, dass die Anzahl Anwesenden stark fluktuieren würde und ich sollte mich wirklich überlegen, ob die Mühe angebracht sei. Nun am Mittwochmorgen bekam ich dann noch kurzfristig einen Geschäftstermin für den Abend rein. Somit informierte ich den HRL, dass ich mich möglicherweise verspäten würde. Er bekundete nochmals, dass der Stammtisch sehr unregelmäßig frequentiert wird und es doch eigentlich keinen Sinn machen würde. Er fügte hinzu, dass so kurz nach Karneval (örtlich Fastnacht) doch mit einer geringen Teilnahme gerechnet werden könnte. Ich gab meinerseits obendrein noch zu verkennen, dass um 20:30 Fußball im Fernsehen sei. Ich sagte ihm, dass ich nun mal den Besuch eingeplant hatte. Also habe ich den Geschäftstermin schnell abgearbeitet und konnte mich um 19:00 ins Auto setzen. Vorort, vor dem Lokal, war ich schon überrascht von der großen Anzahl SUV’s.
Ich trat in den Raum hinein und sah so 25 Personen; rasch waren es denn dann so ungefähr 30. Ich wurde vom HRL begrüßt und nach einer kurzen Ansprache erteilte er mir das Wort. In einem Zeitabschnitt von ungefähr 5 bis 7 Minuten informierte ich die Anwesenden über meine Entscheidung zur Kandidatur, die reichhaltige Informationsquelle in diesem Blog, meinen Weg zur Jagd und warte auf erste Reaktionen. Der HRL unterstützte die Pause mit der Frage nach Fragen. Zögerlich meldete sich einer Person mit 3 Fragen „wo sind Sie her? Wo jagen Sie? Und wo wohnen Sie?“ Danach war schweigen Das stürmische Interesse war schwer zu bändigen. Somit war der Auftritt nach 10 Minuten abgeschlossen. Ich gab zu kennen, dass ich mich gerne am Ende des Tisches hinsetzen würde, sodass der, der noch was fragen bzw. diskutieren wollte, dieses dann mit mir unter 4 Augen machen konnte. „Wir haben uns für heute Abend andere Themen vorgenommen. Wenn Sie wollen können Sie sich im Nachbarraum hinsetzen.“ Diese Bemerkung war zu deutlich. Ich dankte für die Aufmerksamkeit, wünschte weiterhin noch angenehme Unterhaltung und ging zur Garderobe. Auf dem Wege dorthin begrüßte ich noch kurz mit Händedruck den KJM, der inzwischen auch eingetroffen war. Um 19:45 war ich auf dem Heimweg.
Bewertung: der KJV hat 510 Mitglieder, aufgeteilt auf 5 HRen. 30 HR-Mitglieder am Stammtisch am Aschermittwoch: ist „sehr gut“ besucht. Die mehrfach geäußerte Bemerkung der schlechten Frequentierung in Zusammenhang mit dem Angebot sich doch außen im Nebenraum hinzusetzen, ist auffallend.
Sind im diesem HR die Begriffe Stammtisch und Versammlung Synonyme?
Soll ich nun das Gefühl bekommen als wäre ich kein Mitglied des Vereins?
Habe ich etwas Unanständiges in die Wege geleitet, nun das ich kandidiere?
Ist das der Verhaltenscodex von 2008 in einer Gemeinde der Metropolregion Rhein/Neckar?

Lassen wir die Fragen mal so stehen. Ich habe mal mein Schreiben zur Bekundung der Kandidatur im Download-Bereich (rechts) hinzugefügt. Lese sie dort mal bitte meine Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der Vorbereitungsphase der HV.

Freundschaften können merkwürdige Wege gehen, aber auch schnell enden. So geschah es zweier Jagdkollegen, die über Jahren gemeinsam jagten. Die Pacht lief aus und am letzten Jagdtag bekundete der Pächter, der Anspruch hegt, bei der nächsten Neuverpachtung am seinem Wohnort, als Pächter Berücksichtigung zu finden, dass die Freundschaft gekündigt sei. Schluck, was geht hier ab? Nun hat das eine Person mitbekommen, der in Wirtschaftskreisen eine Managerposition inne gehabt hätte, und nutzt seine Beziehungen. Und schon hat der Jäger einen Begehungsschein bei einem Honoren. Der Stellvertreter des o.a. „Managers“ gibt anscheinend den ehemaligen Pächter einen Begehungsschein in seinem Revier. Vielleicht für einigen nicht einleuchtend, aber es gibt vielfältige Verbindungslinien im Leben. Nun soll der „Manager“ Jungjäger-Absichten haben. Gemeinsamkeiten verbinden, auch die vorweggenommenen. Im nächsten Jahr steht regulär eine Verpachtung an. Durch das Jagdkataster kann hier mangels vorliegender Satzung auch eine Verlängerung bewirkt werden. 4 Jahren reichen dann um den Status des „Managers“ auf jagdpachtfähig zu ändern. Ob dieses nun im Sinne des Beitrages der letzten Woche ist, will ich nicht bewerten wollen. Alle Personen haben eine Gemeinsamkeit, die nichts mit Jagd zu tun hat. Bin ich froh, dass ich mich als parteilos bezeichnen darf. Nun die Frage:
Ist das ein Nachteil?

Wenn mal bei mir das letzte Halali geblasen wird, sollen die anderen sich darüber den Mund fusselig reden.
Bewertung: war der Aufruf der KJV im letzten „Jäger in BW“ (Aufnahme der Jungjäger durch die Pächter) uminterpretiert worden oder sollten schon mal entsprechende Weichen bis zur Neuverpachtung gesetzt worden sein? Letzte Woche haben Stefan und ich jeweils auf den Artikel in Manager Magazin hingewiesen (eine neue Qualität an Jungjäger) Die Antwort zur Prozessveränderung der Verpachtung an meinem Wohnort kommt hoffentlich vor meinem letzten Halali.

Am Freitag gab’s einen Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung über das Thema Biosprit und CO2. Dieser Artikel ist ebenfalls im Downloadbereich (rechts) abgelegt. Wir hatten doch im HR III vor etwa 2 Wochen über Wildschadensverhütung diskutiert. Sie haben wahrscheinlich meine Anmerkungen, die auf eine gemeinsame Bewältigung der Schäden und Risiken hinzielten, gelesen.
Wie ist denn nun der Schaden an z.B: Industriemais zu werten?
Ist das dann eine Reduktion von CO2?

Falls Sie etwas mehr hierzu lesen wollen, empfehle ich www.cbd.int (Biodiversität).
Hier lesen Sie wie Landwirte, Fischer und Jäger ihre zukünftigen Ziele haben werden. Hinsichtlich industriellen Anbaus von Getreide und Mais habe ich da nicht viel entnommen, noch wenige über die Feldwege, die in den letzten 30 Jahren umgepflügt wurden. Wir Jäger sind aber Naturschützer, da wo es uns passt (Brettwald hatte ich schon erwähnt, ist somit hier überflüssig).Zurück zu Landwirtschaft in CBD: bekommen mir neben Milchlaster zukünftig auch Güllelaster von Norden (Schweinemast) in Richtung Süden (landwirtschaftlich extensiv genutzten Flächen?

Es mag den einen oder anderen in Google schon mal aufgefallen sein, dass es mehrere Beiträge von meiner Hand gibt. Ja, auch beruflich beschäftige ich mich mit WEB 2.0. Nachdem dieser Blog dort bekannt wurde, wurde ich gebeten mich zu „Corporate Social Responsibility (CSR)“ zu äußern. Nach wochenlanger Überlegung, habe ich jetzt beschlossen hier ebenfalls aktiv zu werden. Es gibt dort viele überschneidende Themen mit Jagd, Naturschutz, etc.. Die Sprache jenes Blogs wird englisch sein, eine Übersetzung ist aus Zeitgründen momentan nicht anvisiert. Sie werden hier aber informiert.

Am Samstag war ich in Dortmund auf der Messe. Viele interessante Gespräche hatte ich dort. Auffallend gegenüber anderen Jahren waren das verhältnismäßig junge Publikum und der großer Anteil Frauen. Beide Gruppierungen zeigten eine deutlich fachkundige Orientierung. Dieses illustriert abermals die Veränderungen, die wir momentan auch an anderen Stellen in dieser Gesellschaft bemerken können.

Die Beiträge der letzten Woche haben angeregte Diskussionen ausgelöst. Zwei Aspekte, „Nachhaltigkeit“ und „Jagdpachtfähigkeit“, haben sich auf das Thema Alter/Jungjäger konzentriert.

In der freien Wirtschaft, Dienstleistungssektor und öffentlichen Dienst ist die Nachfolgeregelung (Führung und Verantwortung) immer gut für zwiespältige Diskussionen. Wie aber die Lebensweisheit „Schwimmen lernt man beim Schwimmen“ schon besagt, werden Zaungäste nicht automatisch auf Dauer zu Experten, geschweige unter der Berücksichtigung und Bewertung geänderter Rahmenbedingungen. Viele dieser Diskussionen lassen sich auf Jagd, Jägerschaft und Vereinsleben übertragen.
Bemerkenswert in den Diskussionen der letzten Woche war eine Bemerkung anlässlich Erfahrungswelten der Jungjäger und Pächter (hier hatte ich doch die Geburtsjahrgänge mit den Lebenserfahrungen beider Gruppen korreliert): „die 68-er Generation hat nicht Gutes hervorgebracht nur die 77-er Bewegung verursacht“.
Ich habe da lange schlucken müssen und kann auch jetzt noch nicht verstehen, wie man so etwas in einem persönlichen Gespräch äußern kann. Es gab im vorhergehenden Verlauf dieser Unterhaltung keine Irritation, sondern die Bemerkung war ausschließlich zur Folge der Beiträge. Hierzu folgende Anmerkungen:

  • Wenn nun die „Leistungsfähigkeit“ und „Leistungsbereitschaft“ der Bevölkerungsschicht, die heute 35 bis 50 Jahren alt ist, nicht an den Bedürfnissen von heute beantworten, sind doch automatisch die Eltern und Ausbilder dieser Bevölkerungsgruppe entsprechend im Visier, auch hinsichtlich Vorbildfunktion.
  • Wenn wir denn der Meinung sind, dass die Ausbildung und Erfahrung nicht ausreicht, was geschieht denn heute um dieses Defizit zu verkleinern? Zuwarten hat auch schon in der Vergangenheit vieles gebracht, aber wenig Nützliches.
  • Mein Alter und Ausbildungsweg darf inzwischen als bekannt vorausgesetzt werden. Ein Jeder, der in der gleichen Zeit wie ich aufwuchs, konnte sich die Auswirkungen von „operation orange“ in Vietnam nicht entziehen. Hat man zusätzlich auch noch Physik studiert und dort Forschung betrieben, blieb Oppenheimer nicht nur eine Person und erhielten Städte wie Sorbonne, Berlin, Berkeley nicht nur touristischer Bedeutung. Eine zweite Bemerkung dieser Person „Sie sind ja wahrscheinlich auch wohl Mitglied/Ergebnis der 68-Generation“ ist im diesem Kontext eine deutliche Provokation.
  • Mit der Publikation der regionalen Wahlergebnisse kann ein jeder, der hier über 15 Jahren wohnt, ein Gefühl für das örtliche Meinungsbild entwickeln. Diese zitierte Bemerkungen gegen dieses Meinungsbild zu halten, darf vielleicht eine Erklärung geben, ist jedoch noch keinen Grund sie im Rahmen eines persönliches Gespräch als angebracht und entschuldbar zu sehen. Für mich sind die Bemerkungen eine bewusste Provokation und inhaltlich gleich einer Beleidigung.
  • Auch im Rahmen einer politischen Kampagne sind solche Bemerkungen stark verwerflich, da sie demagogisch und polarisierend wirken und nur eine billige Art der Polemik ist ausschließlich zum Zwecke des Stimmenfangs. Meine Kandidatur hat nichts mit Politik zu tun und die Wahl „KJM Bruchsal“ stellt die Existenz der Jagd nicht in Frage.
  • Diese thematischen Diskussionen (die nicht nur hier in meinem Blog geführt werden) sind zwingend erforderlich, auch dann wenn sie für den einen oder anderen unbequem sein mögen. Dieses ist das Feedback, das ich von vielen Seiten bekomme (und nicht nur ich). Wenn wir allen in dieser vielfältigen Meinungslandschaft bestrebt sind eine Kongruenz, konstruktiv im Sinne Vereinsleben, zu erzeugen, bitte ich eindringlich um Unterlassung solcher Bemerkungen. In persönlichen Gesprächen wie auch in der Öffentlichkeit.

Da ich nächste Woche geschäftlich komplett eingeplant bin, wird es wenig Neues zu berichten geben. Somit haben Sie Zeit den Film „unsere Erde“ im Kino zu sehen. Sie können dann hier über Ihre Eindrücke berichten. CBD Interessierten melden sich bitte per e-mail. Vielleicht schreibe ich schon mal meinen ersten Beitrag im Blog CSR. Ich werde hier Meldung erstatten.

Am 17.2. beginnt die Fuchswoche in HR II.

Im Downloadbereich habe ich ebenfalls die Links zur Presse hinzugefügt (Veröffentlichungen zum Thema Jagd)

Danke und Gruss Paul

Montag 11. Feb 2008 Jagdfreunde Kraichgau Schiessen Kino Vogel, Östringen Anfang 19:00, Treffen 18:50 Anschl. Stammtisch Waldlust.
Samstag 16. Feb 2008 MV GM Baden-Württemberg um 14:00 in Ilsfeld.
Dienstag 19. Feb. 2008 "Die jagdliche Schießpraxis" Veranstaltung von unserem Schiessobmann in Bruchsal-Heidelsheim Anfang 19:30. Diese Veranstaltung ist sehr lohneswert (und nicht nur für Jungjäger), sodass ich auch hier nochmals Ihre Aufmerksamkeit dahin lenken möchte.
Sonntag 24.2.2008 HR II Streckenlegung Fuchswoche
Freitag 29.2.2008 Veranstaltung LJV in Bad Wildbad (muss ich noch geschäftlich/terminlich klären)
Montag 3. Mrz 2008 Jagdfreunde Kraichgau Schiessen Kino Vogel Kino Vogel, Östringen Anfang 19:00, Treffen 18:50.Anschl. Stammtisch Waldlust.
Samstag 8.3.2008 MV/HV JV Bruchsal e.V. in Kraichtal-unteröwisheim 19:00
Sa/So 15./16. März 2008 Fulda HV’en der Zuchtverbände und JGHV.
Sonntag 30. Mrz 2008 MV Oberländer in Linkenheim, Anfang 15:00


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